Die Geschwisterkinder! – Ein Willkommensgeschenk

Der Moment in dem man seinen Kindern erzählt, dass sie ein Geschwisterchen bekommen, ist wundervoll. Max, der zu diesem Zeitpunkt drei Jahre alt war, riss die Augen weit auf und fragte ungläubig: “Stimmt das wirklich?“. Dieses Leuchten in den Augen vor Begeisterung lässt jedes Herz – vor allem das der mit Schwangerschaftshormonen kämpfenden Mama – schneller schlagen.

Ein neues Familienmitglied ist nicht nur eine große Veränderung für die Eltern, sondern viel mehr auch für die Kinder. Sie müssen neue Fähigkeiten, wie Selbstständigkeit, Ausdauer oder Geduld erlernen und verstehen, dass sie trotz unterschiedlicher Zuwendung oder Aufmerksamkeit auf einer Stufe stehen und jedem einzelnen die gleiche tiefe Liebe der Eltern gebührt. Daher wollen Eltern ihre Kinder so gut wie möglich auf das neue Mitglied vorbereiten.

Wir wollten keine Situationen schaffen, um den Jungs rund um die Uhr aufzuzeigen, dass bald ein kleines Baby da sein wird, viel mehr wollten wir sie in das Geschehen, wie die Arztbesuche, die Namensfindung oder beim Spüren der kleinen Tritte in Mamas Bauch mit einbeziehen. Dabei nahmen wir uns besonders viel Zeit für die Antworten auf ihre Fragen.

Besonders herzergreifend waren die Momente, in denen die Jungs von sich aus etwas für ihr neues Geschwisterchen machen wollten. Einen Platz im gemeinsamen Bett einräumen, ein Armband mit Namen basteln, ein Bild malen, einen Keks beiseitelegen und viele andere schöne Dinge. Immer öfter wurde ihr bald ankommendes Schwesterchen Eva Teil ihres Lebens. Wir gestalteten gemeinsam eine Box, wo wir alle Kunstwerke sammelten, die sie dann als Willkommensgeschenk übergeben wollten.

Von meiner Hebamme erhielt ich schon während meiner zweiten Schwangerschaft den Tipp, dass auch der Neuankömmling für jedes Geschwisterkind ein Mitbringsel dabeihaben könnte. Wir fanden das eine sehr schöne Idee und setzten die Idee sowohl damals als auch beim Empfang der kleinen Eva um.

Mein Mann holte nach der Geburt die Jungs von den Großeltern ab. Bepackt mit ihrem Willkommensgeschenk, größter Vorfreude und Neugier trafen sie im Krankenhauszimmer ein. Ich hatte unsere kleine Eva zuvor schlafend in ihren Stubenwagen gelegt, die Arme frei für meine Jungs. Der Große sprang sofort zu mir aufs Bett und freute sich mich endlich wieder zu sehen, der Kleine entdeckte jedoch sofort seine süße Schwester und krabbelte fast in den Stubenwagen. Erst dann bemerkte auch Max seine Schwester und machte sofort wieder große Augen. Er begrüßte Eva und erzählte ihr aufgeregt von ihrer Willkommensbox. Die Jungs waren so hin und weg von dem winzigen neuen Lebewesen, dass sie erst nach einiger Zeit die zwei kleinen Geschenke entdeckten. Vor Freude jauchzend fragte der Große für wen denn die Päckchen seien. Ich las ihnen die Zettel vor, die „Eva“ auf die bunt eingepackten Mitbringsel geklebt hatte. Neben den Namen ihrer Geschwister, schrieb sie, wie sehr sie sich auf die Beiden gefreut hat und dass der Inhalt stets geteilt werden muss. Beide rissen begeistert ihre Pakete auf und freuten sich riesig über ihre neuen Spielsachen.

Bis heute spielen sie gerne mit den Sachen und erzählen jedem stolz von den tollen Willkommensgeschenken ihrer Schwester.

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