Auf den Entbindungstermin kommt es an!

Unsere drei Kinder sind riesige Wunschkinder. Wir haben uns daher schon vor jedem Kind auf meinen Zyklus konzentriert und mehr als rechtzeitig einen Schwangerschaftstest gemacht. Der Tag der Empfängnis war uns also im Ungefähren bekannt.

Bei unserer Tochter wurde der Entbindungstermin ziemlich schnell, anhand der vorgenommenen Messungen, eine Woche früher eingeschätzt als von uns „berechnet“ und dementsprechend auch im Mutterpass notiert. Große Gedanken machten wir uns darüber nicht…bis der Entbindungstermin dann verstrich. Abgesehen von den zeitintensiven Arztbesuchen alle zwei Tage, die ja aber zur Kontrolle der ausreichenden Versorgung unserer Tochter dienten, stieg nicht nur der ungewollte Stress durch die Außenwelt mit Ratschlägen und Angstschürungen, sondern auch der Druck der Ärzte, die mit Unterschriften ihre Unschuld an eventuellen Komplikationen absichern wollten.

Schon im Vorfelde entschieden wir unserer Tochter die Zeit einzuräumen, die sie benötigt, um auf die Welt zu kommen. Einen unnatürlichen Eingriff, ohne Notwendigkeit, wollten wir nicht. Jede Schwangerschaft verläuft anders und dementsprechend auch unterschiedlich lang. Eine Abweichung von +- 14 Tagen ist völlig normal, heißt es und wenn das Baby perfekt versorgt ist und ausreichend Fruchtwasser vorhanden ist, warum sollte man das Baby, sofern es auch der Mutter gut geht, auf unnatürliche Weise zur Geburt auffordern?

Schon fünf Tage nach eingetragenem Entbindungstermin wollte das von uns für die Entbindung ausgesuchte Krankenhaus einen Termin zur Einleitung der Geburt in zwei Tagen mit uns vereinbaren. Nachdem die Gynäkologin jedoch merkte, dass sie uns damit keinen Gefallen tat, räumte sie uns zunächst großzügig drei weitere Tage und nach langer Diskussion sogar fünf Tage ein. Spätestens am eingetragenen Entbindungstermin + 12 sollte aber die Geburt beginnen, hieß es. Ein weiterer Aufschub könne das Krankenhaus nicht verantworten und man müsse sich mit Unterschriften juristisch absichern.

Zuhause angekommen und leicht verunsichert vom Krankenhauspersonal recherchierte ich erneut über die Spanne des Entbindungstermins und wurde in meiner Meinung bestärkt, dass eine Einleitung bei Wohlbefinden von Mutter und Kind völlig überflüssig und unnatürlich wäre. Dass der Entbindungstermin so genau festgelegt wird, spricht gegen die Natur, in der Schwangerschaften einfach unterschiedlich lang dauern, wie auch jeder Mensch anders ist. Vielmehr ist der Entbindungstermin eine Richtlinie, die besser durch einen gröberen Zeitraum, wie beispielsweise „Anfang Oktober“, angegeben werden sollte. Durch diese Kenntnisse und mit dem Wissen, dass der von uns errechnete Entbindungstermin ja sowieso fünf Tage später sein sollte, warteten wir also wieder entspannt auf den natürlichen Beginn der Geburt unserer Tochter. Leider verstrichen die Tage und wir suchten erneut das Krankenhaus – 12 Tage nach Entbindungstermin laut Mutterpass – auf.

Schon fast wütend wurden wir mit Horrorgeschichten berieselt… Nach langen Diskussionen, Erklärungen zu UNSEREM errechneten Entbindungstermin und gründlicher Untersuchung konnten wir die Oberärztin davon überzeugen den eingetragenen Entbindungstermin fünf Tage nach hinten zu verlegen und uns somit fünf weitere Tage Zeit zu geben.

Selbstverständlich machten wir uns Sorgen. War es wirklich zum Besten unserer Tochter? Wir wollten unsere Entscheidungen im Nachhinein natürlich nicht bereuen, nur weil wir auf die Natur vertrauten. Und was wäre, wenn die Geburt auch nach erneuten fünf Tagen nicht beginnen würde? Diese Gedanken versuchte ich zu verdrängen und zunächst die kommenden fünf Tage abzuwarten. Zum Glück kam es erst gar nicht dazu, denn schon am zweiten Abend nach unserem Krankenhausbesuch startete unsere Tochter ihre Reise und erblickte gesund und putzmunter am nächsten Morgen und somit am gleichen Tag, wie ihr Bruder Leo zwei Jahre zuvor, die Welt.

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